Phantasiereise „Blumenwiese der Lebenskraft“

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Phantasiereise „Blumenwiese der Lebenskraft“

Du liegst mit geschlossenen Augen ganz entspannt da. Dein Atem geht ruhig und regelmäßig, dein Körper ist vollkommen entspannt. Du atmest tief ein und lässt die Luft langsam wieder ausströmen. Dabei spürst du, wie dein Körper sich mehr und mehr entspannt, bis alle Muskeln ganz locker sind. Eine tiefe Ruhe erfüllt dich. Was auch immer dich tagsüber beschäftigt hat, verschwindet langsam in der Ferne – du bist ganz bei dir selbst, ganz frei und entspannt.

In die Geräusche, die du hörst, mischt sich Vogelgesang. Ein liebliches, helles Zwitschern, das durch ein geöffnetes Fenster von draußen hereindringt. Ein sanfter Luftzug streicht über dein Gesicht. Er bringt den würzigen Duft von Kräutern und Blumen heran, den Geruch eines sonnigen Sommertages. Du bleibst für einige Augenblicke entspannt liegen, genießt den aromatischen Duft.

Ich bin vollkommen entspannt.

Mein Atem geht ruhig ein und aus.

Nun öffnest du im Traum deine Augen. Du siehst, dass du nicht mehr in deinem Zimmer bist, sondern auf einem gemütlichen, breiten Bett liegst. Die Wände und die Decke des Raums bestehen aus dicken Holzbalken; der bunt gemusterte Vorhang des Fensters weht sanft im Wind, der hereinströmt. Du stehst auf und trittst ans Fenster.

Vor deinem Fenster erstreckt sich eine große, üppig bewachsene Blumenwiese in alle Richtungen. In der Ferne ragen Berge hinter einem dichten Wald auf. Einige weiße Schäfchenwolken ziehen langsam über den tiefblauen Himmel. Von weit her hörst du das Geläut von Glocken, das sich mit dem Gesang der Vögel vermischt, mit dem Plätschern eines kleinen Baches, der sich durch die Wiese schlängelt. Du atmest die würzige Luft tief ein und lässt sie wieder ausströmen. Was für ein schöner, was für ein perfekter Tag – lebendig und voller Kraft!

Du drehst dich um und siehst eine offene Tür, die auf einen Korridor hinausführt. Du trittst in den Korridor, an dessen Wänden Bilder wunderschöner Landschaften hängen. Unter deinen nackten Füßen spürst du einen weichen Teppich. Am Ende des Korridors ist eine Tür, deren obere Hälfte aus buntem Glas besteht, das in allen Farben des Regenbogens schimmert und leuchtet. Dahinter erkennst du vage die Konturen der Landschaft. Du beschließt, durch diese Tür zu treten und in die wundervolle Landschaft hinauszutreten, um die Blumenwiese zu erkunden.

Während du langsam auf die Tür zugehst, kannst du immer mehr Details der Landschaft durch das bunte Glas entdecken. Durch das farbige Glas scheint die Landschaft draußen immer näher zu kommen. Du gehst vorwärts, bis das bunte Glasfenster dein ganzes Blickfeld ausfüllt – leuchtende, kraftvolle Farben.

Ich bin vollkommen entspannt.

Du greifst nach der Klinke und öffnest die Tür. Ein warmer Wind streichelt dein Gesicht und deine Schultern; es ist wie ein Willkommensgruß. Du trittst über die Schwelle. Unter deinen Füßen spürst du lehmigen Boden, angenehm warm von der Sonne. Der Gesang der Vögel erfüllt die Luft, das Summen von Hummeln, die um die zahllosen farbenprächtigen Blüten schwirren. Vor dir erstreckt sich die Blumenwiese fast endlos in alle Richtungen. Du stehst auf einem kleinen Hügel, der sanft zum Bach hin abfällt.

Du verharrst für einen Augenblick am Rand der Blumenwiese, um das Bild in dich aufzunehmen. Es ist ein Bild von Lebendigkeit und Fruchtbarkeit, ein üppiges Fest von Farben und Formen, wie ein wundervolles lebendiges Gemälde. Blumen und Kräuter wiegen sich sanft im Wind, erfüllen die Luft mit süßem, aromatischem Duft – ganz so, als wollten sie ihre Lebendigkeit mit der ganzen Welt teilen. Es ist wie eine Einladung, an diesem Fest des Lebens teilzunehmen.

Du trittst näher, spürst Gras, das weich um deine Füße streicht. Du atmest tief ein und aus, nimmst die Lebendigkeit und Schönheit der Wiese in dich auf. Du spürst, wie dein Körper vor Wonne und Behaglichkeit seufzt, als er sich mit der Kraft dieser wundervollen Wiese verbindet und ihre Energie durch deine Adern kreist, deinen Körper bis in den letzten Winkel mit dieser Lebendigkeit erfüllt. Mit jedem Atemzug fließt mehr von der Energie dieser Blumenwiese in deinen Körper.

Ich bin voller Kraft und Lebendigkeit.

Mein Körper ist vollkommen entspannt.

Du beugst dich herab, um die Blumen näher zu betrachten. Einige besonders farbenprächtige Blüten wecken deine Neugier – solche Pflanzen hast du noch nie zuvor gesehen. Ihre Blütenblätter sind in zartem Rosa und Gelb gefärbt, und die Blüten sitzen auf kräftigen grünen Stengeln, von denen herzförmige Blätter ausgehen. Du betrachtest die feinen Adern und Linien auf den Blättern, die zarten Haare, die darauf wachsen. Einige Ameisen ziehen vorbei, die kleine Pflanzenteile in ihren Bau schleppen. Wie fein, wie klein und zart und doch kraftvoll alles ist in dieser Welt!

Du richtest dich wieder auf und lässt deinen Blick über die Wiese schweifen. Du fragst dich, wie es sein muss, ein Bewohner dieser Welt zu sein, und du wünschst dir mehr als alles andere, mehr über ihre Geheimnisse zu erfahren. Du spürst in dir eine Sehnsucht, noch tiefer in ihre Lebendigkeit einzutauchen, mit ihr zu verschmelzen.

Und noch während du dir wünschst, selbst ein Teil dieser Blumenwiese zu sein, spürst du, wie dein Körper sich verändert. Die Blumen und Kräuter scheinen ein Stück größer geworden zu sein; sie reichen dir jetzt bis fast an die Knie. Erfreut stellst du fest, dass du tatsächlich für einige Zeit zu einem Bewohner dieser Wiese werden kannst, denn an diesem magischen Ort können deine Wünsche tatsächlich wahr werden.

Ich bin lebendig und voller Kraft.

Was auch immer ich mir vornehme, kann ich vollbringen.

Du konzentrierst dich darauf, deinen Körper kleiner werden zu lassen, und beginnst von Zehn an rückwärts zu zählen.

Zehn – ganz langsam scheinen die Pflanzen um dich herum zu wachsen.

Neun – für einen Moment befürchtest du, du könntest aus deiner Kleidung herausschrumpfen, doch du stellst fest, dass sie mit dir schrumpft.

Acht –

Sieben – du bist begeistert, als du merkst, dass allein die Kraft deines Willens ausreicht, um dich kleiner werden zu lassen.

Sechs –

Fünf – was auch immer ich mir vornehme, kann ich vollbringen.

Vier – nun bist du schon auf Augenhöhe mit den prachtvollen Blüten, kannst die feinsten Details an Blättern und Stengeln erkennen.

Drei –

Zwei –

Eins –

Null. Nun bist du ungefähr so groß wie ein Daumen – ein Däumling, ganz wie im Märchen. Die Stengel und Blätter der Pflanzen umgeben dich wie ein üppiger, dichter Wald, durch den ein sanfter Wind streicht. Düfte und Farben sind intensiver geworden, kräftiger. Die Ameisen, die du gesehen hast, ziehen in einigen Schritten Entfernung an dir vorbei. Sie nehmen keine Notiz von dir, während sie ihr Baumaterial fortschleppen. Du siehst, wie die Sonne auf ihrem glatten Chitinkleid glänzt, wie geschmeidig und perfekt ihre Bewegungen sind. Nach einigen Augenblicken verschwinden sie zwischen den Gräsern.

Abenteuerlust und Neugier treiben dich fort. Du teilst die Blätter vor dir und entdeckst einen schmalen Pfad zwischen den Pflanzen, dem du folgst. Über dir kreisen zwei dicke Hummeln um eine Blüte. In ihrem Summen hörst du etwas, das du vorher noch nie gehört hast, eine feine Melodie, die Zufriedenheit und Freude ausdrückt.

Eine der Hummeln lässt sich auf einer Blüte nieder, nur einige Schritte von dir entfernt. Die Blüte wippt sanft auf und ab, als die Hummel zwischen ihre Blätter krabbelt, ganz so, als würde sie im Takt der Hummelmusik den Kopf wiegen. In dem Licht, das durch die zarten Blütenblätter scheint, kannst du die Silhouette der Hummel deutlich sehen, während sie sich an Nektar und Pollen labt. Ihr Brummen klingt, als würde sie das sehr genießen.

Du folgst dem Pfad weiter, der sich zwischen den kräftigen grünen Stengeln und den Gräsern in Richtung Bach schlängelt. In schrägen Strahlen fällt Sonnenlicht durch die Blüten, die sich in Armlänge über deinem Kopf im Wind wiegen. Der sanfte Luftzug trägt immer neue faszinierende Düfte heran, die dir bekannt und doch fremd erscheinen – ganz so, als würdest du in den Gerüchen, die du kennst, immer feinere Nuancen entdecken. Langsam beginnst du zu verstehen, dass die Düfte eine eigene Sprache sind, Botschaften, die alles Lebendige um dich herum aussendet.

Bei einer besonders schönen Blüte bleibst du stehen. Der Duft, den sie verströmt, ist so nuancenreich und harmonisch wie eine Symphonie. Du hebst eine Hand und legst sie an den kräftigen grünen Stengel, der die Blüte trägt. Du spürst, wie der Saft durch die Adern unter deiner Hand strömt, die Energie, die die Blume aus dem Boden, dem Licht, der Luft zieht – und dein Staunen wächst ins Unermessliche, als du langsam ganz ohne Worte verstehst, was die Blume mit ihrem Duft erzählt.

Der Duft der Blume ist ihr Gesang. Sie singt darüber, wie es war, ein Samen in der Erde zu sein, vom Wasser des Regens langsam zum Leben erweckt zu werden. Sie singt, wie es war, mit aller Kraft zur Sonne zu streben, zur Wärme – die schweren Erdkrumen beiseite zu schieben, mit seinem ganzen Willen ins Helle zu streben, zur Luft. Der Jubel, als endlich die ersten Sonnenstrahlen auf den zarten Keimling fielen, das Gefühl, nun könne ihr nichts mehr im Weg stehen.

Die Blume erzählt, wie sie an Kraft gewann, bis sie in ihrer prunkvollen Schönheit majestätisch zwischen den anderen Pflanzen emporragte, selbstbewusst, einmalig und stark. Und du verstehst, warum sich Bienen und Hummeln unwiderstehlich von ihrem Lied angezogen fühlen – es ist eine Einladung, an ihrer Schönheit, Kraft und Lebendigkeit teilzuhaben, das Fest des Lebens gemeinsam mit ihr zu feiern. Und ein berauschendes Glücksgefühl durchströmt dich, als ihr für einige Momente gemeinsam singt.

Ich bin unverwechselbar und voller Kraft.

Alles, was ich mir vornehme, kann ich vollbringen.

Du löst deine Hände wieder vom Stengel und gehst weiter. Plötzlich scheinen all die Düfte, all die Farben Sinn zu ergeben. Nichts davon ist zufällig; es ist das Leben selbst, das hier überall seine eigene Geschichte erzählt – und nun kannst du sie verstehen. Der Pfad führt dich den Hügel hinab, vorbei an einigen großen Steinen, in deren Schatten wundervoll gänzende, in tausend Farben schimmernde Käfer krabbeln, jeder mit seiner eigenen Geschichte beschäftigt.

Die Luft verändert sich, wird kühler, feuchter. Unter deinen Füßen spürst du kühlen Lehm, als du aus dem Pflanzenwald heraustrittst auf eine weite Ebene. Der Bach, der talwärts fließt, ist zu einem breiten Strom geworden, dessen Oberfläche im Sonnenlicht funkelt. Einige Libellen tanzen in der Luft. Ihre zarten Flügel schimmern in allen Farben des Regenbogens.

Zu deiner Rechten erhebt sich ein über und über mit Flechten und Moos bewachsener Stein, umringt von Löwenzahn. Du beschließt, auf ihn zu klettern, um die Wiese von oben zu betrachten. Wie weit und offen alles von dort aus aussehen muss! Ganz mühelos kannst du ganz nach oben klettern, bis du auf einem flachen moosbewachsenen Plateau stehst. Einige Pusteblumen wachsen direkt neben dir, und rings um dich erstreckt sich die Wiese wie ein Ozean des Lebendigen, gebadet in Licht und Luft. Der Bach, der eine köstliche, kristallene Kühle verströmt, verliert sich in der Ferne, und ein unermesslich weiter blauer Himmel wölbt sich über dir.

Und dort stehst du nun, den weiten blauen Himmel über dir, das samtweiche Moos unter deinen Füßen, das selbst aus dem Stein noch Leben zu ziehen vermag – und du siehst, wie das weiche Sonnenlicht die ganze Welt bedeckt, wärmt und zum Leben erweckt. In diesem Meer aus Licht, Luft und Lebendigkeit bist du nun ganz mit dem Lebendigsein verschmolzen, das deinen Körper bis in die letzte Zelle erfüllt – eine unbändige, mitreißende Kraft, die in dir selbst und in allem um dich herum strömt. Du lachst vor lauter Glück und Überraschung laut auf – es ist so viel Kraft in dir, dass du sie mit der ganzen Welt teilen möchtest.

Du beugst dich zur Pusteblume herüber, umfasst den Stengel mit beiden Händen und pustest – die zarten, spinnwebfeinen Schirmchen lösen sich und fliegen auf, verteilen sich. Sie tragen deine Kraft hinaus in die Welt, lassen sie zu einem Teil der Wiese werden, wo sie neues Leben erschaffen. Du blickst ihnen nach, wie sie langsam im blauen Himmel verschwinden, und ein tiefes Gefühl von Frieden und Geborgenheit durchströmt dich.

Ich bin frisch und ausgeruht, voller Energie.

Alles, was ich mir vornehme, kann ich vollbringen.

Du fühlst dich so leicht, als ob du fliegen könntest. Dann wird dir bewusst, dass deine Wünsche an diesem Ort wahr werden können – du breitest deine Arme aus und lässt dich von der warmen Sommerbrise in die Luft tragen. Langsam kreist du höher, wie eine Schwalbe, lässt dich von den warmen Strömungen führen. In der Ferne siehst du ein Tal, ein kleines Dorf, einen Kirchturm, der weiß in der Sonne leuchtet. Eine kleine Hütte steht auf dem Gipfel des Hügels. Dort hast du deine Reise begonnen.

Dein Ausflug war fantastisch und wundervoll, doch nun ist es Zeit, wieder zur Hütte zurückzukehren. Du kannst jederzeit hierher zurückkommen, um in deiner Blumenwiese Kraft zu schöpfen – ob klein oder groß. Sie wird stets für dich da sein, und du kannst sie besuchen, wann immer du möchtest.

Du schwebst nun über der kleinen Berghütte, sinkst langsam tiefer, schwebst herab, als seist du selbst der Samen einer Pusteblume. Ganz langsam gleitest du tiefer, auf das offene Fenster zu. Dort ist dein Bett. Du gleitest ihm langsam entgegen, mühelos, als würdest du von einer unsichtbaren Kraft angezogen. Und schließlich schwebst du durch das offene Fenster und lässt dich federleicht auf dein Bett sinken.

Da du immer noch klein bist, wirkt der Raum um dich herum riesig, und dein Kissen und deine Bettdecke scheinen selbst Hügel und Gebirge zu sein. Das ist lustig – fast wie früher, als du noch ein Kind warst. Doch du spürst, wie dein Körper sich wieder recken und strecken will, um seine volle Größe zurückzuerhalten.

Du legst dich entspannt auf den Rücken und schließt die Augen. Dein Körper ist noch voller Energie und Kraft von deinem Ausflug, und der Duft der Blumen haftet noch an deinen Kleidern. Du atmest noch einmal tief ein und aus, genießt den Duft. Dann beginnst du langsam von Eins bis Zehn zu zählen. Wenn du bei Zehn angekommen bist, wird dein Körper wieder seine normale Größe haben.

Eins – ganz allmählich spürst du, wie dein Körper wieder größer und schwerer wird.

Zwei – (…)

Zehn.

Nun bist du wieder so groß, wie du am Beginn deiner Reise warst. Dein Körper ist energiegeladen und voller Tatendrang – und immer noch wundervoll entspannt. Du fühlst dich frisch und vollkommen ausgeruht, voller Energie. Deine Arme und Beine wollen sich recken, bewegen – du gestattest es ihnen und spürst, wie deine Muskeln sich anspannen und wieder entspannen, wie dein Körper sich wünscht, aufzustehen und etwas zu unternehmen. Nun bist du vollkommen bereit, die Augen zu öffnen und wieder in deine Welt zurückzukehren.